Am 15. November 1896 wurde von Brüdern der Johannis-Loge „Zum Goldenen Pflug“ in Lichterfelde die „Freimaurerische Vereinigung zu Lichterfelde West“ ins Leben gerufen, um den dort ansässigen Brüdern den weiten Weg zur Loge zu ersparen.

Die erste Satzung wurde am 27. November 1896 von damals bereits 57 Brüdern verabschiedet. Von Anfang an wurde in dieser Vereinigung aktiv und ernsthaft gearbeitet, denn nach unseren Unterlagen fand am 24. April 1906 die 100. Sitzung dieser Vereinigung statt.

Bei diesen regelmäßigen Treffen wurde einerseits schon intensiv am rauen Stein gearbeitet, andererseits aber auch die Gründung einer neuen Loge vorbereitet. Hierbei galt es u. a. einen Namen für die künftige Loge zu finden. Nach langen Diskussionen und unter Berücksichtigung der damaligen Gegebenheiten und den bereits existierenden Namen anderer Logen einigten sich die Brüder auf den Namen „Friedrich zur Lichten Höhe“. Daraufhin wurde die o. g. Vereinigung am 7. Mai 1912 aufgelöst. Die Lichteinbringung in die neue Johannis-Loge (die Gründung) erfolgte am 12. Mai 1912.

Die Loge arbeitete zunächst, dank der sehr guten Verbindung zur Grossen National-Mutterloge „Zu den 3 Weltkugeln“ in deren Räumen. Zu diesem Zeitpunkt gehörten zur Loge 24 Einheimische Brüder, 32 Ständig besuchende Brüder und 6 Ehrenmitglieder. Im Jahre 1920 belief sich die Anzahl der Mitglieder auf 76 Einheimische Brüder, 27 Doppelmitglieder, 2 Dienende Brüder und 5 Ehrenmitglieder. Auch hier bestand weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit der Grossen National-Mutterloge. Aber es wurde nicht nur in den eigenen Reihen umfangreich gearbeitet; Brüder der Johannis-Loge „Friedrich zur Lichten Höhe“ waren maßgeblich an der Gründung der Freimaurerischen Vereinigung Berlin Dahlem beteiligt.

Mit dem Dritten Reich begann ein trauriger Abschnitt in der Geschichte der Freimaurerei in Deutschland. Auch unsere Loge war hiervon betroffen. Am 7. April 1933 wurde die Grosse Landesloge der Freimaurer von Deutschland aufgelöst um umbenannt in “Deutsch-Christlicher Orden der Tempelritter“, wobei festgestellt wurde, „…dass dessen Mitglieder keine Freimaurer mehr sind…“. Auch unsere Loge musste aufgelöst werden und wurde umbenannt in „ Deutsch-Christlicher Orden St. Johannis-Convent Berlin-Lichterfelde, gen. Friedrich zur Lichten Höhe“. Den damaligen Brüdern unserer Loge gelang es, unter diesem Namen 2 weitere Jahre bestehen zu bleiben, bis sie sich dann zwangsweise durch Mitgliederbeschluss vom 16. Juli 1935 endgültig auflösen musste.

Nun begann auch für unsere Loge ein Zeitabschnitt, der von den deutschen Freimaurern „die dunkle Zeit“ genannt wird. Eine Zeit, in der aber die Mitglieder unserer Loge im Verborgenen so gut wie möglich weiter arbeiteten, indem sie sich z. B. als Wandergruppe tarnten und so unauffällig die Kontakte untereinander aufrecht erhalten konnten.

Dies hatte dann auch zur Folge, dass bereits kurz nach der Kapitulation am  8. Mai 1945 der Antrag auf erneute Aufnahme der Arbeit an die zuständige Stelle der amerikanischen Besatzungstruppen gestellt und mit Datum vom 13. Dezember 1945 auch erteilt wurde. So wurde dann sofort mit der Vorbereitung der Reaktivierung begonnen; am 15. April 1946 der Antrag auf Reaktivierung gestellt und am 12. Mai 1946 wurde dann erneut das Licht in unsere Loge eingebracht, sie also reaktiviert.

Kurze Zeit später hieß unsere Loge jedoch auf Anordnung der Alliierten vom 25. Februar 1947 nur noch „Zur Lichten Höhe“ – der Name „Friedrich“ musste entfernt werden, da „alle Zeichen, die den Staat Preußen verherrlichen“ zu entfernen waren. Erst im Jahre 1952 wurde der alte Name „Friedrich zur Lichten Höhe“ wieder genehmigt.

In relativ kurzer Zeit war unsere Loge wieder arbeitsfähig, rasch wuchs die Zahl der Mitglieder an. Doch hatten diese auch mit zahlreichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Vieles, vor allem Arbeitsmaterialien und Unterlagen waren infolge der Enteignung durch die Nationalsozialisten und durch den Krieg verloren gegangen. Doch halfen sich die Brüder aller Logen untereinander, so dass die freimaurerische Arbeit fortgesetzt werden konnte.

Nachdem sich die Freimaurerei in Deutschland erneut entwickelt hatte, wurde mit der Grenzschliessung und dem Bau der Berliner Mauer die Bruderkette erneut getrennt. Die Brüder aus dem Ostteil Berlins und aus dem Berliner Umland konnten die Loge nun plötzlich nicht mehr besuchen. Die Freimaurerei war in der DDR generell verboten und kam dort somit völlig zum Erliegen.

Doch auch diese Zeit ging vorüber. Nach der Grenzöffnung half eine Vielzahl unserer Brüder bei der Reaktivierung der früheren Logen in den „neuen“ Bundesländern. Auch fanden interessierte ehemalige DDR-Bürger den Weg zu uns und gehören heute unserer Loge an.